SAMMLUNG STEINLE

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Informationen zu Kunstwerken

Das Kunstwerk des Monats Januar 2015

Mein erstes Bild (im Auftrag) 1967,

Herbert Oehm „Additive Farbabläufe “ 140/140

Herbert Oehms „Additive Farbabläufe“ charakterisieren gleichsam die stilbildende zeitgenössische Zeitlosigkeit des Kunstschaffens im Dunstkreis der legendären Ulmer Hochschule für Gestaltung, wie sie die Tür zur „Op-Art“ öffnet. Jener Kunstform der 1960er Jahre, die in der experimentellen Tradition des Bauhauses und des russischen Konstruktivismus steht und über präzise Muster und geometrische Farbfiguren optische Effekte erzielt. Als einer der wichtigsten Vertreter dieses Stils agiert der 1935 im Ulm geborene Künstler sowohl im zwei- als auch im dreidimensionalen Raum.

 

Oehm spielt dabei mit den optischen Wahrnehmung des Betrachters unter der Verwendung einer reduzierten, geometrischen Formensprache und imitiert die Wirkungen von Licht, Luft, Bewegung und Raum.  Seine musterartigen Strukturen folgen dabei häufig wiederholt aufeinander, wobei kleinste Veränderungen innerhalb dieser regelmäßigen Abfolgen zu verblüffenden Effekten, etwa einer imitierten Räumlichkeit, führen.  Der Künstler nutzt gezielt die Wirkung von Licht und Farbgesetzen. Während Licht im Raum als ein immaterieller Bewegungszustand wahrgenommen werden kann, besitzt Farbe eine materielle Bindung an eine Fläche und benötigt zur Wahrnehmung das Licht. Diese Korrelation gestaltet Herbert Oehm besonders effektvoll durch die nuancierten Verläufe im RGB-Farbraum.

 

Oehms fotorealistische Technik hat er während seiner Zeit als Kinoplakatmaler erworben. Während seines Studiums an der Akademie der Bildenden Künste in München entstand mit gewalztem Sand auf der Leinwand sein erstes abstrakt-monochromes Bild. Parallel zum Studium an der HfG Ulm  entwickelte er seine „materialen Programme“ und brachte Werkstoffe, wie Sperrholz, Flies, Sand, Gold in Rastern und Streifen monochrom oder in additiven Farbabläufen auf die Leinwand. Herbert Oehm stellte unter anderem in der Galerie Azimut (Mailand), im studio f (Ulm), dem Dortmunder Museum am Ostwall, der (op)art galerie Hans Mayer in Esslingen, in der Galerie Denise René (Paris) und im Nürnberger Institut für moderne Kunst aus. Herbert Oehm lebt heute auf Lanzarote.

 

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