SAMMLUNG STEINLE

SAMMLUNG STEINLE

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Das Kunstwerk des Monats April 2015

Herbert Kaufmann, „Tamarind Avenue“ 1961, 120/100

Er zählt zu den Pionieren der Pop Art, gründete die legendäre Künstlergruppe 53 und war maßgeblich an der Rückkehr der deutschen Kunst auf die internationale Bühne beteiligt:
Herbert Kaufmann. Zeit seines Lebens hat sich Absolvent der Düsseldorfer Kunstakademie der Collage verschrieben.

 

Wie für viele Künstler war auch für ihn ein Aufenthalt in Paris 1952 von großer Bedeutung. Kaufmanns erste abstrakte Bilder, die an „malerischen Biologismus“ erinnern, entstehen in dieser Zeit und werden im Aachener Suermondt-Museum gezeigt. Diese festen, großflächigen und organisch fließenden Formen werden wenig später von einer Bildserie von kleinteiligen Liniengeflechten und geometrischen Kleinformen abgelöst.

 

Anfang der 1960er Jahre setzt sich Herbert Kaufmann mit der Welt der Medien und Werbung auseinander und fertigt erste Collagen, nicht selten aus Bild- und Textausschnitten. Aus dieser Zeit stammt auch die Collage „Tamarind Avenue“, die Günter Steinle aus Dankbarkeit für eine Hilfsleistung von einem befreundeten Galeristen erhalten hatte.

 

Zu diesem Zeitpunkt war Kaufmann längst ein Teil der Gruppe 53, unter anderem mit Peter Brüning, Gerhard Hoeme, Heinz Mack, Otto Piene und Friedrich Werthmann, aus der die Vereinigung ZERO hervorging, die letztlich Weltgeltung erlangte und einen großen Einfluss auf das westdeutsche Kunstgeschehen nach dem Zweiten Weltkrieg hatte. So bekannt die Gruppe war, so furios waren die Arbeiten ihrer Mitglieder, allen voran Herbert Kaufmann, der Mitte der 60er Jahre damit begann, seine Collagen von der Leinwand auf andere Objekte zu übertragen. Auf diese Weise entstanden die berühmten „Litfaßsäulen“ und „Sternenbilder“, was den Künstler zu einem frühen Repräsentanten deutscher Pop-Art werden ließ.

 

Die Papierschnipsel und Zeitungsfetzen mit teilweise prägnanten Schlagzeilen blieben nicht die einzigen Materialien, die Kaufmann für seine Collagen verwendete. Im Laufe der Jahre setzte er etwa Negativfilme oder Kartonagen ein. Nach und nach rückte der haptische Umgang mit dem Medium und den vorher stark bearbeiteten Materialien in den Vordergrund. Neben seiner Professur an der Hochschule der Künste in Berlin (1967 – 1990) war Kaufmann auch Vorstandsmitglied des Deutschen Künstlerbundes. Er wurde 87 Jahre alt und lebte zuletzt in Düsseldorf.

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